Die Schultern beim Laufen und Gehen

Beim Laufen kann ich durch die Feldenkrais-Methode auch feinste Bewegungen im Körper differenziert wahrzunehmen.

Schulterschmerzen! –  vor fast 2 Jahren rechts, dann vor einem Jahr links. Seither nehme ich Feldenkrais-Einzelstunden und beobachte meine Schultern im Zusammenhang meiner Bewegungsmuster und Verhaltensgewohnheiten (siehe Kurs-Thema). Die akuten Schmerzen von damals sind längst weg, aber die Funktion meiner Schultern noch nicht vollständig. Meine Arbeit, meinen Alltag kann ich ohne Einschränkung bewältigen. Aber z.B. beim Schwimmen bin ich noch nicht zufrieden.

Aber was wäre, wenn ich zufrieden wäre? Ich hätte das Lernen eingestellt, den Veränderungsprozess meiner Bewegungsmuster beendet. Bewegungsmuster, die sich schon in meiner Kindheit einstellten.

Seit meine Schultern sich immer wieder in meine Bewusstheit mischen, habe ich über meine Körperorganisation (Koordination) viel gelernt.

Im März dieses Jahres beim Joggen über festgetretene Schneedecke und wunderschönstem Sonnenschein schleichen sich meine nach vorn hochgezogenen Schultern in meine kinästhetische Wahrnehmung. Ich lasse die Schultern hinunter und bemerke wie mein Hals sich streckt, die Lendenwirbelsäule beweglicher wird; ich mich besser erde – d.h. kraftvoller vom Boden abdrücke. Meine Beine laufen runder.

Ahh, und dabei ist die Brustwirbelsäule beweglicher, der ganze Brustkorb. Ich kann besser Atmen, mein Unterkiefer kann entspannen. Ich laufe flüssiger, leichter.

ABER das war nur ein Moment. Sobald meine Gedanken woanders sind, sind meine Schultern wieder oben. Dafür gibt es in meinem Gehirn ein Programm, so etwas wie eine neuronale Autobahn und das schon -zig Jahre.

Und ich nehme war wie meine Lendenwirbelsäule dann weniger beweglich ist, die Halswirbelsäule verspannt, der Brustkorb unbeweglicher, die Atmung weniger voluminös. Ich kann trotzdem laufen, aber ich nehme den Unterschied bewusster war. Es fühlt sich gewohnt an.

Nun LASS ich meine Schultern wieder hinunter und nehme war was passiert. D.h. ich bewege meine Schultern nicht mit innerer Kraft nach unten, sondern lasse sie mit der Schwerkraft sinken. Das ist nicht einfach, weil mein Gehirn gewohnt ist, diese oben zu halten.

Diese Spiel Schultern-hoch-und-hinunter spiele ich noch mehrmals und nehme Unterschiede im Bewegungsempfinden wahr.

Und mein Gehirn lernt, es geht auch anders. Nur für die andere Variante gibt es in meinem Gehirn noch keine neuronale Autobahn, nur einen Trampelpfad. Und wenn ich nicht an die Schultern denke, fährt mein Gehirn auf eine Autobahn, weil das schneller geht.

Anfang April bin ich eher mit dem Aufsetzen der Füße im Schneematsch beschäftigt.

Aber immer mal wieder kommen die Schultern in die Bewusstheit. Und nun im Mai fiel mir auf, die Schultern können ohne Ständiges-daran-denken unten bleiben. Und das Laufen fühlt sich anders an – kraftvoller, flüssiger, aber auch ungewohnter. In meinem Gehirn gibt es vielleicht schon eine neuronale Straße für das  Schultern-unten-lassen-beim-laufen. Die Autobahn dafür ist im Bau für einen optimalen Laufstil.

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